Endlich wieder fliegen... Dieses mal zum Glück nur so zwei Stündchen.
Und dann wartete auch schon das Nachtleben Aucklands auf uns. Da wir ja wieder zwei Stunden dem Sonnenaufgang entgegengeflogen sind, waren wir ausnahmsweise noch nicht müde, als wir gegen 23 Uhr in Auckland ankamen. Und so hieß es also ab in die friday night in Auckland. An diesem Abend habe ich endlich auch herausgefunden, daß man mit Franziska sehr wohl ein Gläschen trinken kann. Nur will der Inhalt des Gläschens eben wohl ausgewählt sein.Kommt man mit so billigen und harmlosen Dingen wie Wein, da schläft sie einem nur weg, aber ist erstmal ein Glas Whisky auf dem Tisch, dann erkannt man sie kaum wieder. Also eigentlich wollte ich nur mitteilen, daß wir einen sehr vergnüglichen Abend hatten.
Mittlerweile aber sind bereits wieder einige Tage vergangen und ich muß aufpassen, daß ich nicht völlig durcheinander komme, zumal mir die Sonne heute ein wenig zu arg mitgespielt hat („...die hat Sorgen...“, ich weiß), aber ich versuch mich zu konzentrieren.
Auckland, nun ja, wenn man gerade aus Sydney kommt ist man schon ein wenig verwöhnt. Die eher zurückhaltende Skyline haut einen nicht gerade um, die Auckland Harbour Bridge schien mir nicht einmal recht ein Foto wert, durch die Art Gallery waren wir nach einer knappen Stunde durch und nach einem etwa 4 stündigen Spaziergang hatten wir eigentlich auch schon das Gefühl alles gesehen zu haben, was sie Stadt so zu bieten hat. Am nächsten Morgen haben wir dann aber doch noch so einiges mehr von der Stadt sehen können. Wir sind nämlich mal wieder umgezogen in ein etwas günstigeres Hostel, etwas weiter am Stadtrand. Aber jung und sportlich, wie wir nun mal sind, nachdem wir immerhin zwei Wochen lang den Sydneyanern beim joggen zugeschaut haben, waren wir natürlich wild entschlossen das Busgeld zu sparen und einen straffen Fußmarsch hinzulegen. Ja, das haben wir dann auch meiserhaft getan, bis wir irgendwann umrundet von einem wunderhübschen Stadtteil Aucklands, einsehen mußten, daß wir uns die Adresse irgendwie doch nicht richtig gemerkt hatten und daß doch nicht die ganzen Leute, die wir nach dem Weg gefragt hatten und die uns nur seltsam angeschaut hatten, die komischen waren, sondern wir. Und so packten wir auf einem schattigen Rasen unseren Laptop aus, um anschließend nicht mehr ganz so wild entschlossen in die entgegengesetzte Richtung weiterzutrotten.
Und nun eine Preisfrage an die fleißigen Leser meines Blogs: Womit verbrachten wir wohl den Nachmittag???
a) schlafen
b) essen
c) joggen
Für alle, die sich für c entschieden haben: Lieb gemeint, das kommt bestimmt, wenn ich wieder da bin
Für alle, die sich für b entschieden haben: Ja, ihr wart ganz nah dran, aber diesmal war ich wohl leider zu müde dafür
Für alle, die sich für c entschieden haben: Ja, ich weiß es ist hart, da ist jemand in einem so gigantisch, wunderschönen Land und hat traurigerweise nichts besseres zu tun, als den Nachmittag zu verschlafen, aber ich fürchte das ist genau das, was wir getan haben.
Ein kleiner Trost: Am Abend haben wir uns dann der Abwechslung halber doch noch dafür entschieden, eine Kleinigkeit zu essen.
Der letzte Tag in Auckland galt dem Museum in dem es viel bemerkenswerte maorische und pazifische Kunst Kunst zu sehen gab. Daneben gab es auch ein paar „antike“ europäische Möbel zu begutachten, auf welche sie dort ganz besonders stolz zu sein schienen, wir uns aber dachten, das haben wir zu Hause bei unseren Großeltern mindestens genauso gut.
Nach dem Museum ging es nach Devonport, einem Stadtteil, etwas außerhalb, wo man nett spazierengehen, den Blick über die Skyline genießen und über endlos weiten Strand wandern kann.
Am Dienstag morgen hieß es dann in aller Frühe aufstehen um den Bus nach Pahia zu erwischen. Puh, es war noch dunkel, als wir uns (natürlich wieder zu Fuß) auf den Rückweg in die Innenstadt machten. Mittlerweile kannten wir den Weg aber besser und so saßen wir pünktlich um 7 Uhr im Bus. Ein wenig verschlafen also bekam ich dann also die ersten Hügelund grünen Wiesen dieser wunderschönen Insel zu sehen. Die Ähnlichkeit zu Irland ist oft so stark, daß ich mich schon manchmal fast ein wenig frage, warum ich nicht einfach wieder dorthin gefahren bin, aber spätestens wenn einem dann wieder ein paar Maori über den Weg laufen, merkt man einfach, daß man sich im Pazifik und nicht in Nordeuropa befindet.
Kaum angekommen, entshlossen wir uns das wunderschöne Wetter zu nutzen und uns mit einem Maori- Kanu aufzumachen, die 144 Inseln der Bucht zu erkunden. Gut, am Ende haben wir dann etwa acht bis neun davon gesehen, sind aber dafür auf einer gelandet und haben dort ein paar Muscheln gefunden und gleich auf dem Kocher zubereitet bekommen. Die anderen haben sich alle ein wenig schwer getan sie dann auch tatsächlich zu essen, aber Franziska und ich, die wir es nicht geschafft hatten was Gescheites zum Mittag zu essen, haben uns voll Freude darauf gestürzt und sie waren wirklich lecker. Dazu gab es dann noch ein Gläschen Wein, alles von unserem Kanuchef mitgebracht und organisiert, was mich dann zusammen mit der Sonne in eine überaus gute Laune versetzte. Leider war ich dabei krank zu werden und so endete das Ganze in einem frühen Fall ins Bett, von dem ich erst 10 Stunden später noch immer halb im Koma wieder herauskroch und dachte, ich will den ganzen Tag nur schlafen. Statt dessen, haben wir uns aber ein Auto gemietet und sind wild entschlossen weiter Richtung Norden zum Cape Reinga gefahren. Und, man wird es kaum glauben, aber auch ich habe mich nach einigem guten Zureden Franziskas hinters Steuer gesetzt und habe, dank automatischer Gangschaltung recht bald die Freude am Autofahren (wieder)entdeckt. Und das nach fast 6 Jahren. Ich bin noch immer ganz glücklich. Auf dem Hinweg haben wir dann noch ein paar kurze Stops einmal am ninetymile Beach und einmal an riesigen Sanddünen gemacht. Beeindruckend. Da fährt man gerade noch über grüne Hügel und plötzlich steht man mitten zwischen endlosen Haufen Sand.
Das Cape Reinga selbst war wahnsinnig toll. Kaum Sonne, aber endlose, riesige Wassermassen, die auf ewig ihre Kräfte messend gegeneinanderprallen; der Ort an dem die (nach Maori) weibliche Tasmanische See sich mit dem männlichen Pazifischen Ozean vereint, der Ort des entstehenden Lebens, ein heiliger Ort. Und so erschien es mir wirklich und ich hätte Stunden damit verbringen können diesen riesigen, schäumenden Wassermassen zuzusehen, wie sie immer und immer wieder gegeneinanderprallen und schließlich aus den gewaltigen Höhen zurückfallend vom Meer aufgefangen werden, um kurz darauf wieder in die Höhe geworfen zu werden. Aber leider zogen immer wieder dunkle Wolken vorbei, die uns die Hoffnung auf einen Sonnenuntergang vor diesem Hintergrund nahmen und auch hatte wir noch eine gute 3 ½ Stundenfahrt vor uns. Kaum wurde es dunkel bakamen wir auch wiedr Hunger und so hielten wir an einem kleinen Lokal am Straßenrand und verspeisten, umgeben von Maori, die ihren Feierabend bei einem Gläschen Bier und einer Runde Pool dort verbrachten, unser Abendessen.
Heute geht es nun wieder zurück nach Auckland und von dort morgen früh gleich weiter. Dann aber Richtung Süden.
Donnerstag, 2. April 2009
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