Montag, 16. März 2009
Die Ankunft
Wahnsinn, wie lange man fliegen kann. Fliegen und immer weiter und weiter fliegen und nichts ist um einen herum, außer der Dunkelheit der Nacht durch die man kaum weiter als bis zum Flügel schauen kann, um sich zu vergewissern, daß man noch immer fliegt und das Brummen der Motoren, die einen nur schwer zur Ruhe kommen lässt. Ich fliege und schlafe und schlafe und fliege immer noch. In der Zwischenzeit ist Tag geworden und ein Blick aus dem Fenster öffnet weite, trockene Ebenen und unendliche Wüstenlandschaften, die dem viel zu frühen Abend entgegen langsam wieder mehr und mehr Farbe annehmen. Mit dem Sonnenuntergang erreichen wir unseren Zwischenhalt in Singapore. Der viel zu kurze Aufenthalt reicht kaum aus die, legendäre Freiterasse zu finden und sich von der, umwerfenden Hitze und stehenden Luftfeuchtigkeit auszusetzen. Ein botanischer Garten unter freiem Himmel. Weiter geht’s! Schon wieder Abendessen? Es sind doch noch keine 4 Stunden seit dem Frühstück vergangen, aber gut, dann eben Abendessen, gefolgt von einer langen, langen Nacht. So lang, weil man beim besten Willen nicht schlafen kann. Und immer wieder der Blick aus dem Fenster, ob nicht endlich die Sonne aufgeht, aber es gibt nichts als Dunkelheit, die Sicht auf den Flügel und das Brummen und das Brummen, den Flügel und die Nacht. Bis endlich, endlich ein zarter immer heller werdender Streifen Lichts dem Himmel und dem darunter liegenden Land die Farben wiedergibt. Ankunft in Sydney bei strahlendem Sonnenschein, einem angenhehmen Lüftchen und ca 20° gegen 7 Uhr morgens. Was? 7 Uhr morgens? Also ich finde, es wird Zeit ein Bett zu finden und dann erstmal in aller Ruhe auszuschlafen. Gegen 8 Uhr im Hostel gab es natürlich noch keine Chance auf ein Bett, aber es gab einen Strand, gleich direkt um die Ecke und einen Park, durch den man sich auf müden Beinen schleppen konnte, auch wenn es durchaus etwas demotivierend war, am laufenden Band von munteren, vor Energie und Lebensfreude sprühenden Morgenjoggern überholt zu werden. Aber irgendwie hielten wir doch noch bis 12 Uhr durch. Und natürlich würden wir uns nur für ein paar Stündchen hinlegen, um dann bis zum Abend durchzuhalten... irgendwann gegen 10 Uhr abends bemerkte Franziska ganz weise, daß es nun höchsten Zeit wäre sich noch was Essbares zu organisieren. Ganz frisch und erholt machten wir uns also auf in unsere erste australian saturday night.
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Liebe Claudia,
AntwortenLöschenjaja, den ersten Morgen nach der Ankunft, der ist glaube ich für alle hart. Außer vielleicht für die, die neben einem Raketenstartplatz wohnen und es dadurch gewohnt sind bei Lärm zu schlafen...
Die Energie der Morgenjogger wird sicher auch noch dich erreichen. Steffi sendet dir das erste Energiepaket zu, nämlich ... jetzt. Stolz kann ich dir berichten, dass sie bereits dreimal die Fuchsstaße frühst verlassen hat, um dann mit einem roten (oder weniger roten) Kopf zurück zu kommen. Ich ziehe es allerdings vor sie bei ihren sportlichen Aktivitäten nicht zu begleiten und lieber die wärme meines Bettes länger auszukosten. Mittlerweile ist der Frühling eingetroffen. Die Krokusse und andere Sprösslinge schießen aus der Erde. Es gibt derzeit keine Verletzten.
Mit der Temperatur machen wir keinen Wizard-Stich, da hast du einen Zauberer...
Um nicht die ganze Zeit in Zweisamkeit zu versinken, gönnen Steffi und ich uns nahezu täglich abendlichen Besuch. Es lässt sich durchaus aushalten.
So mehr gibt es nicht zu berichten. Ich geh jetzt gleich unterrichten.
Ach, ich hab ne Wäsche rein, kannst du sie später aufhängen...
Viele liebe Grüße
deine WG
Hi Claudia!
AntwortenLöschenEine wunderschöne Kurzgeschichte!
Hat mich an Deine Texte aus der Abizeit erinnert.
Ich wünsche Dir weiterhin tolle Eindrücke.
LG
Elisabeth