Dienstag, 14. April 2009

Von Auckland Richtung Süden

Tja, ich fürchte hier gibt es einfach zu viel zu erleben.
Die Zeit verfliegt und so ein kleiner Computer, sei er auch noch so verlockend, kommt einfach nicht gegen dieses wunderbare Land an.
Ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll und das finde ich bei mir schon sehr bedenklich.
Also, eine Woche in einem Partybus...das ist ein Erlebnis auf das ich in Zukunft ohne Schwierigkeiten verzichten könnte, leider ist es aber genau das Transportmittel, für das wir uns entschieden haben.
Aber ich versuche mal von vorn anzufangen.

Auckland- Mercury Bay:
Das war der Beginn der einwöchigen Party. Der Bus ging am frühen Morgen und brachte uns geradewegs auf einen der vielen Vulkanhügel um Auckland. Dort dürfte ich zum ersten Mal erfahren wie es ist so ein richtiger Bustourist zu sein.Der Bus fuhr uns bis auf den Parkplatz direkt vor dem Aussichtspunkt. Dort hieß es für alle: Aussteigen, Fotos machen und einer kleinen Einführungsrede des Busfahrers lauschen. Nach 10 Minuten durften wir wieder einsteigen und weiter ging es durch wunderbares Wetter und wunderschöne Landschaften Richtung Südwesten. Eine Stunde später gab es eine erste Pause für Frühstück und Toilette: 25 min!
Dann weiter zu den Cathedral Coves, dort durften wir wieder aussteigen und hatten ganze zwei Stunden Zeit, um die sagenhafte Umgebung zu erkunden und unter einem riesigen höhlenartigen steinernen Torbogen baden zu gehen...mit etwa 40 weiteren gutaussehenden, trendigen, spaßbewußten und maximal 20jährigen Engländerinnen und Engländern. Das Gefühl von Besonderheit und Stille an diesem fast heiligen Ort ist schwer zu beschreiben... auf dem Weg zurück haben wir einen weniger stark frequentierten Weg ausfindig gemacht, auf dem man sich dann ganz plözlich wie mitten im Urwald fühlt, nur eben ohne der ganzen gefährlichen Tiere und haben dabei riskiert zu spät zu kommen und dabei fast die Abfahrt des Busses verpasst. Von dort aus ging es dann weiter Richtung Whitianga (oder so) mit nur noch einem kurzen, Fotostop auf eine einmalige Küstensicht.
Und so ging es in den folgenden Tagen weiter und weiter Richtung Süden. Im Bus konnten sämtliche Aktivitäten vorgebucht werden, so daß man, vor Ort angekommen gleich losstarten konnte, zum Bungyjumping, Skydiving, Kayaking, Whitewaterrafting, Blackwaterrafting, Zorbing, …......
Die Möglichkeiten sein Geld mit adrenalinproduzierenden, aufregenden Erlebnissen zu füllen sind auf diesem größten Spielplatz der Welt, auch Neuseeland genannt, unendlich. Und auch ich muß gestehen, daß ich nicht gegen alle diese Angebote immun bin. Wenn ich davon höre, denke ich, ach, so ein Unsinn, was soll das, mein Leben ist auch ohne diesen ganzen Extras spannend genug, aber dann setzt es sich fest in meinem Kopf: „Komm Claudia, jetzt wo Du einmal hier bist, mal so mit Gummischlauch drei Stunden durch dunkle Höhlengänge gleiten, hin und wieder von einem kleinen Wasserfall springen und dabei so richtig doll frieren, das klingt doch eigentlich schon ganz toll. Ach, und wieviel kostet so ein Skydive?...“ Und dann ist das alles auch so einfach, man braucht nur seinen Namen auf die ohnehin schon lange Liste setzen, alles weitere wird organisiert und dann braucht man nur seine Kreditkarte hinhalten und die Welt liegt einem zu Füßen.
Nun gut. Ich habe mich gegen vieles erfolgreich gewehrt und der Blick auf das Konto hilft auch ganz gut, um mich wieder zur Vernunft zu bringen.
Und so ging es weiter und weiter Richtung Süden, vorbei an unzähligen Schafen und Kühen, vorbei an sprudelnden Schlammpools, fauchenden Gesyren, heißen Bächen, in denen man im Mondenschein wie in einer Badewanne planschen kann, durch tiefe Schluchten mit reißenden, eiskalten Bächen und dunkle Höhlengänge, über Vulkanberge und rotes, gelbes und schwarzes Gestein immer weiter bis nach „windy Wellington“, der Hauptstadt Neuseelands. Und über die lange, vielseitige Woche hinweg hat man dann doch den einen oder anderen Freund in dieser riesigen Gruppe ausfindig machen können, die vielen Informationen des eigentlich sehr sympathischen Busfahrers mit dem guten Musikgeschmack zu schätzen gelernt und ist fast traurig Lebewohl sagen zu müssen, denn von hier aus geht es ersteinmal für ein paar Tage allein weiter. Mit der Fähre auf die Südinsel und dort ein paar Tage durch die Malborough Sounds.
Wie gut es aber auch tut, endlich mal wieder einen Tag allein (zu zweit) unterwegs zu sein, sich für jeden Ausblick soviel Zeit nehmen zu können, wie man will, ohne gleich fürchten zu müssen, daß der Bus weg ist, wenn man wieder am Parkplatz ankommt, wenn man im Hostel neue Leute kennenlernt und nicht das Zimmer mit den halbbekannten Engländern teilen muß, die gegen 4 Uhr betrunken hineinstürmen und in lautstarkem Gespräch den Weg ins Bett suchen.
Eines weiß ich bereits mit Sicherheit: Dies ist nicht mein letztes Mal, das ich in Neuseeland bin! Die Zeit scheint gerade zu reichen, um herauszufinden an welchen Orten ich gern länger verbringen möchte, welche ich unbedingt nocheinmal wiedersehen will und auf welche ich auch gern verzichten kann.
Ich bin gespannt auf die verbleibenden zwei Wochen!

Herbstliche Ostergrüße!!









2 Kommentare:

  1. Liebe Claudia!
    Cathedral Cove! Ich schwelge in Erinnerungen, die ich gerne mit Dir teilen will.
    Ich hatte das Glück 2001 mit einer Freundin verbotener Weise in einem winzigen Mizubishi den wir vor unserer Fahrt Baba Babarossa getauft hatten auf dem Parkplatz dort zu übernachten und dann (mit schmerzenden Knochen) während des Sonnenaufgangs in aller Frühe zu diesem wunderbaren Strand zu laufen. Wir hatten den Luxus den Strand ganz für uns allein zu genissen und mit Antreffen der ersten anderen Touristen uns ganz erfüllt von der Magie dieses Ortes auf den Rückweg zu machen.
    Noch viele schöne Erfahrungen wünscht Dir
    Elisabeth

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  2. Liebe Claudia,

    mit beinahe einem halben Jahr Verspätung lese ich gerade Deine Reiseberichte aus Neuseeland und bin unglaublich neidisch. Nach einer Reise durch Neuseeland vor drei Jahren sind mir viele der beschriebenen Orte - Cathedral Cove, die Geysire um Rotorua, Wellington, ... in bester Erinnerung. Auch ich habe damals beschlossen, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein soll, dass ich dort war!
    Ich wünsch Dir noch alles gute für Deine weitere Reise und werde sicher noch gelegentlich hier vorbei schauen und neidisch registrieren, in welchem Teil der Welt Du gerade steckst!
    Liebe Grüße von
    Katharina

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