Sonntag,15.3.
Der erste Tag war noch von Müdigkeit überschattet und so quälten wir uns etwas wahllos an den ersten Attraktionen der riesigen Stadt vorbei. Das Opera House (was uns ziemlich lange im Bann hielt, weil wir ewig lang den Eingang nicht finden konnten), der Blick auf die Sydney Harbour Bridge(oh, schau mal, da laufen ja Leute oben drüber, nein richtig oben über die Bögen, jaja, das nennt sich skywalk und kostet auch nur 180 AUD ah, so, mhm) na dann lass uns lieber mal was essen gehen. Und was bietet sich da wohl besser an, als Chinatown mit seinen unzähligen, günstigen koreanischen, japanischen, chinesischen, vietnamesischen Restaurants...aber nein, wir landen in einem mehr schlechten, als rechten Dönerladen. Dann war die Stimmung eigentlich mehr nach schwimmen, also zurück ins Hostel und an den Strand. Nur leider ist in der Zwischenzeit schon eine dicke, dunkle Regenwand aufgetaucht, die außer einem ordentlichen Regenguß auch ein paar einschlägige Gewitterwolken mitgebracht hat, so daß wir das mit dem Baden doch noch einmal verschoben haben.
Also, das üben wir mal lieber noch ein bißchen!
Montag,16.3.
Dem zweiten Tag verlangten wir schon gar nicht mehr soviel ab. Es galt umzuziehen in ein anderes Hostel, weg vom Strand und hinein ins Stadtinnere.
So nutzten wir den Morgen zum ausgiebigen baden und den Nachmittag um endlich mal die ersten Erlebnisse festzuhalten. Einen Strand weiter hat sich wohl zur gleichen Zeit ein Hai auf die Suche nach einem leckeren Frühstück gemacht, was wir aber glücklicherweise erst nach dem eigenen Badeausflug erfahren haben.
Donnerstag, 19.3.
Nun, dann hoffe ich mal, daß er jetzt erstmal satt ist, denn mittlerweile war ich weitere Male im Wasser.
Den Dienastag Vormittag verbrachten wir bei drückender Hitze im gut klimatisierten Chinesischen Konsulat, über die Mittagshitze suchten wir uns ein schattiges Plätzchen bei der hiesigen Uni und schauten ein paar Verrückten Joggern zu, die hier um 1 Uhr Mittags in einem unfassbaren Tempo ihre schöne Mittagspause mit joggen verbringen. Und das soll mal jemand nachvollziehen können. Überhaupt scheint sich hier eine üble Krankheit, genannt sportliche Fitness, breitgemacht zu haben und sich schon lange unterschwellig auszubreiten. Vor allem in den unzähligen wunderschönen Parks, die alle eigentlich viel mehr botanischen Gärten als einfachen Parkanlagen gleichen, wuchert es regelrecht von Sportlichkeit. Man kann kaum noch ein gemütlichen Spaziergang machen, da man ständig von allen Seiten angesprungen wird von dieser Gefahr. Und springt man freudig staunend über die vielen seltenen Pflanzen mal unverhofft auf die andere Seite des Weges, bringt man gleich mehrere Sportfanatiker in Bedrängnis, da sie in ihrem Tempo nur schwer ausweichfähig sind.
Der Mittwoch galt ganz der Art Gallery. Kein Eintritt, freie Führung, die wegen des geringen Interesses zur Mittagszeit zu einer Privatführung wurde und unzählige Bilder. Die ältesten Werke sind interessanterweise europäische, von denen es wenige gibt, die aber der ganze Stolz der Gallery zu sein scheinen, Bilder aus dem 14. -16. Jh. das bekommt man dort sonst nicht so einfach. Es folgten Bilder von australischen Landschaften, die aber noch von europäischen Künstlern gemalt waren. Und es ist in der Tat faszinierend festzustellen, daß erst diejenigen Maler, die in Australien aufgewachsen sind, fähig waren die hiesigen Lichtverhältnisse treffend ins Bild zu bringen. Alles wirkt heller und blasser, als wenn die Sonne hier tatsächlich heller scheint...
Es gab auch einige Bilder von verschiedenen Aboriginalstämmen, wenig allerdings im Vergleich zu den unzähligen anderen, alten wie neuen Meistern. Sehr gefallen hat mir noch die Sonderaustellung der Studenten. Regelmäßig wechselnd scheinen in der gesamten unteren Etage verschiedene künstlerische Schulen ausgewählte Werke ihrer Schüler und Studenten auszustellen. Eine tolle Idee und interessantere Bilder, oder Skulpturen, als vieles andere, was ich an diesem Tag gesehen hatte.
Aber genug aus den kühlen Mauern der Art Gallery, in denen man nur zu gern verweilt bei der permanenten Hitze.
So, und wie kommen wir nun zu dem alten Hafenviertel? Naja, wir könnten laufen, oder...ah schnell da kommt ein Bus. Ja, Busfahren ist schon was gutes, aber wo fährt der denn jetzt eigentlich hin? Naja, bleiben wir einfach mal sitzen und schauen, wo wir besser wieder aussteigen... Ja, so lernt man auch mal andere Stadtteile Sydeys kennen, in die man sonst wohl eher nicht gekommen wäre, aber überall wo ein Bus hinfährt, fährt auch wieder einer weg und so kamen wir dann doch noch an unser Ziel. Unfassbar, in einem Moment läuft man noch durch lärmende Straßen und tiefe Hochhausschluchten, wo man das Wohnen unter der Brücke wörtlich nimmt und schlicht und einfach ein Haus darunter baut, und im nächsten Augenblick steht man in den verlassenen Straßen eines verlassenen Hafenvororts umrahmt von grünen Parkanlagen und überzogen von der legendären Sydney Harbour Bridge. Gäbe es hier keine tausenden Touristen, die täglich ein paar kümmerliche, verfallene Häuser bestaunen wollten, würde wohl auch dieses winzige Fleckchen Geschichte längst der nächsten Skylineergänzung Platz gemacht haben.
Nun endlich beim heute angekommen, fuhren wir mit der Fähre ein Weilchen aus dem pulsierenden Herzen der Stadt heraus nach Manly, um uns dort ersteinmal neben einer Schulklasse von ca.30 siebenjährigen Mädchen durch die geheimnisvollen Tiefen des Meeres und durch einen Vortrag über die gefärlichsten Reptilien Australiens führen zu lassen. Die 25 gifigsten Schlangenarten der Welt leben in Australien, die giftigste allerdings ist eher schüchtern und hat wohl noch nie einen Menschen je getötet (sehr beruhigend) die drittgiftigste allerdings ist etwas aggressiver und beißt immer gleich ein paar Male hintereinander, wobei jeder Biß giftiger wird, der 4. bis 5. ist dann allerdings erst tödlich (auch sehr beruhigend) Dann wurde uns noch erklärt was wir tun müssen, wenn wir mit dem Kopf im Maul eines Krokodils stecken. Nämlich ihm die Zunge rausstrecken und ihn mit ebendieser am Gaumen kitzeln. Dann spuckt es Dich wieder aus (auch das klingt doch überaus beruhigend!) Spinnen fang ich mal lieber gar nicht erst an. Nach dieser Einführung ins australische Wildlife fühlten wir uns bestens für unsere erste Outbacktour gerüstet. Es ging lange Zeit am Strand entlang durch die Vororte, bis hin zum Sydney Harbour National Park. Dort verschwanden wir für die nächsten drei Stunden in buschigem Gesträuch zwischen welchem immer mal wieder das Meer mit verlockendem Strand oder eine Eidechse in der Größe eines Babydackels auftauchte. Dank der aufmerksamen Warnungen Franziskas bin ich gleich zweimal davor verschont geblieben geradewegs in ein Spinnennetz zu marschieren, aber keine Sorge, die dort wohnhaften Spinnen waren inklusive Beine nie mehr als Handteller groß. Ansonsten kann ich nur sagen, es schwimmt sich schon anders, wenn man ein paar Stunden zuvor, wenn auch durch sicheres Plexiglas hindurch ein paar Haie um sich herumschwimmen gesehen hat. Die flache, warme Sandstrandnähe gibt doch so eine gewisse Geborgenheit.
Liebe Claudia,
AntwortenLöschenich bin begeistert.. Darf ich dazu kommen?
Ich hoffe sehr, dass es euch gut geht..
schreib dir mal ausführlicher.. privat dann ;)
Wünsch dir weiterhin viel Freude mit Tieren, Umgebung und Stadt...
liebe Grüße
dat gretchen