Schließlich zogen wir endgültig in Brisbane ein.
Eine schöne Stadt, trotz ihrer 1.6 Millionen Einwohner wirkte das Stadtzentrum klein und gemütlich. Da wir pünktlich zum Wochenende ankamen, war in den Fußgängerzonen einiges geboten. Kleine Bands belebten die sonnige Wochenendstimmung gerade so gut, wie die Komiker sie zu verwirren verstanden. Überall quollen kleine Märkte aus den Straßen und gaben uns wunderbare Gelegenheit, davon zu träumen, was wir alles kaufen würden, wenn unsere Geldbeutel ein wenig besser gefüttert worden wären.
Was der Tag und damit das Stadtbild durch das Wochenende gewann, wurde uns zur bitteren Erfahrung im Hostel wieder genommen. Abgesehen, daß die Rezeption uns ständig unfreundlich und wenig informativ war, die Küche bereits um 9 Uhr abends schloss, und alles einfach furchtbar dreckig war, waren unsere Zimmergenossen sehr erzähl und ausgehfreudig und sahen nicht im Geringsten einen Sinn darin, bei der frühmorgendlichen Rückkehr ihre Unterhaltungslautstärke auch nur im Geringsten einzuschränken, oder gar das Licht auszuschalten, wenn sie dann endlich im Bett lagen.
Nach vier mühsam durchschlafenen Nächten und drei wunderschönen, entspannenden Tagen, brachte uns der Flieger schließlich wieder zurück nach Sydney.
Hier hatte unsere Reise begonnen. Hier hatte ich vor vier Monaten gastanden und mich staunend in der riesigen Stadt umgeschaut, mich gefragt, wohin mich diese Reise führen würde, ob es eigentlich Ziele gebe, denen ich auf diesem Weg nachgehen könnte und konnte mir bei all dem überhaupt nicht vorstellen wirklich für eine so lange Zeit unterwegs zu sein, weg zu sein, von allem, was mir bekannt und vertraut war und auch ständig unterwegs, ohne der Gelegenheit mich mit dem Neuen vertraut zu machen, außer mit dem Reisen selbst.
Nun saß ich wieder auf den Treppen der Sydney Oper und habe mich gelassen umgeschaut, alles war bereits gesehen, alles nicht mehr ganz so glänzend, die Sonne schien nicht mehr ganz so hell, nicht mehr ganz so warm ( es ist ja immerhin auch Winter geworden) und das Reisen schien mir mittelerweile so selbstverständlich, so natürlich und ließ die ehemals vertraute Welt zu Hause noch ferner und fremder erscheinen.
Und nun soll ich auch Australien wieder verlassen. Das warme, trockene, so rote und gleichzeitig so grüne Land, die Gelassenheit, die Offenheit, die neu gewonnene Vertrautheit. Langsam, aber beständig schoben sich dicke, schwere Regenwolken vor die Sonne und verdunkelten den frühen Abend.
Nun ist später Abend und höchste Zeit die Sachen zu packen.
Ich habe mich oft auf das Neue und Kommende gefreut, auf China, aber jetzt, so unmittelbar vor dem Abschied merke ich, daß ich mehr mitnehme, als ein paar schöne Bilder und Erinnerungen. Ich nehme auch die Sehnsucht mit, nach dem tiefen Rot der Wüste, nach der Einsamkeit und der unendlichen Ruhe der Natur, nach der offenen Freundlichkeit der Menschen und die tiefe Trauer loslassen zu müssen, wieder einmal weiter zu gehen, ohne zu wissen was mich erwartet.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen